Togo Sommer 2001
Der Verein ULOG-Solar e.V. führte vom 09.07.2001 bis zum 03.08.2001 ein
Solarprojekt zum Bau von Sonnenöfen in Togo durch. Hierzu reisten zwei
ULOG-Solar-e.V.-Mitarbeiter nach Westafrika, Dipl.-Soz.Päd. (FH) Steffi
Gawrisewicz und Dipl.-Ing. (FH) Rüdiger Jung. Bei den Sponsoren, die dieses
Projekt ermöglichten, möchten wir uns nochmals recht herzlich bedanken:
Misereor, Pfarrer Schüle, Zonta Club Bad Säckingen, Pfarrer Weindl.
Die erste Anfrage zu einem Sonnenofenprojekt in Togo richtete Pfarrer Weindl
von der Pfarrei Viehhausen an ULOG-Solar e.V. Herr Weindl besuchte unseren Stand
auf dem Katholikentag in Hamburg im Sommer 2000 und informierte sich über
unsere Sonnenöfen. Die Einladung zum Katholikentag erfolgte durch die Clearingstelle
für Kirche und Umwelt in Benediktbeuern. Die Kontakte zu den Partnerorganisationen
in Togo vermittelten die Sponsoren. Die Partnerorganisationen waren folgende:
Wir führten zwei Baukurse in Lomé und Kpalimé durch. Der
Baukurs in Lomé wurde zusammen mit dem Projektpartner Les Amis de la
Terre durchgeführt. Durch die Größe und Struktur von Les Amis
de la Terre erhofften wir uns ein gutes Vorankommen in Lomé. Leider
hatte Les Amis de la Terre keine Handwerker, wie verabredet, für den
Baukurs eingeladen. So haben wir mit drei Studenten, die bei Les Amis de la
Terre Praktikum machen, den Baukurs durchgeführt. In einer angemieteten
Schreinerei fertigten wir vier Sonnenöfen
Ein großer Sonnenofen wurde dem Generalvikar von Kpalimé übergeben,
der dieses Projekt unterstützt hat. Die restlichen drei Sonnenöfen
bekam Les Amis de la Terre ausgehändigt. Zum Abschluß unseres Baukurses
in Lomé führten wir eine zweistündige Prüfung über
den Bau und Gebrauch von Sonnenöfen durch. Alle drei Teilnehmer bestanden
die Prüfung und bekamen eine Urkunde ausgehändigt.
Unserer Partnerorganisation in Kpalimé, APADEK, stellte 12 Teilnehmer
für den Baukurs. Hinzu kamen noch vier Frauen von Zonta-Club. Die vier
Frauen erhielten zuerst eine Werkzeugeinführung, da sie vorher nie mit
Werkzeug zu tun hatten. In Kpalimé mieteten wir uns in ein Ausbildungszentrum
ein. Den ersten Tag verbrachten wir mit der Konstruktion der Herdmulden des
Sonnenofens. Die hoch motivierte Arbeitsgruppe bewältigte diesen Schritt
sehr gut, da sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützten.
An den folgenden beiden Tag bildeten wir drei Arbeitsgruppen. Gruppe eins
fertigte die Holzteile an der Hobelmaschine und der Kreissäge. Gruppe
zwei sägte per Hand die Sperrholzteile zu und die letzte Gruppe montierte
einige Teile schon zusammen. Alle Arbeitsgruppen trafen sich jeweils um 11.45
Uhr und um 16.45 Uhr im Schulungsraum zu einer Arbeitsbesprechung. In dieser
15 bis 30 Minuten dauernden Besprechung stellte jede Gruppe die durchgeführte
Arbeit den anderen Kursteilnehmern vor. Somit wurde der Wissenstransfer unter
den Gruppen gewährleistet. Jeweils eine der Gruppen wurde vom Kursleiter
eingehender zu den Arbeitsabläufen befragt, um eventuell mißverstandene
Arbeitsschritte gleich zu berichtigen. Am vierten Tag gingen wir in die Endmontage
der Öfen, die alle Kursteilnehmer gemeinsam durchführten. Mittags
zeigte sich die Sonne, so daß wir das erste Mal einen Sonnenofen ausprobieren
konnten.
Nachmittags waren 6 Familienmodelle für je 12 Personen sowie 4 Standardmodelle
für je 6 Personen fertig gebaut. Die Prüfung begann um 16.30 Uhr
und endete um 19.00 Uhr, sie bestand wieder aus einem praktischen sowie einem
theoretischen Teil. Die Teilnehmer waren mächtig aufgeregt, bestanden
aber alle die Prüfung.
Am Samstag trafen sich nochmals alle Teilnehmer, um den Gebrauch des Sonnenofens
zu erlernen. Die Sonnenöfen wurden von APADEK zum großen Teil an
andere Einrichtungen weitergegeben, z.B. an das Krankenhaus in Kpalimé
und die Krankenstation einer Nachbargemeinde.
Von den Kenntnissen her hat nach dem Baukurs jede Gruppe annähernd die
gleichen Startbedingungen, um selbst Sonnenöfen herzustellen. Wir haben
in Abschlußgesprächen dargestellt, daß wir von ULOG-Solar
e.V. jederzeit beratend zur Seite stehen, aber nun auf positive Ergebnisse
aus den Arbeitsgruppen warten. Wenn sich Eigeninitiative vor Ort zeigt, wollen
wir diese Gruppen im Bau von Sonnenöfen weiter unterstützen. Hierzu
wird im Sommer 2002 eine Überprüfung durchgeführt. Die Ergebnisse
der Untersuchung werden wir den Sponsoren vorlegen, um dann über Folgeprojekte
zu beraten.
Folgeprojekte können die Technik zur solaren Trocknung von Lebensmittel
sein oder der Ausbau der Sonnenofenproduktion.
| Landwirtschaftlich genutztes Waldgebiet bei Kpalime | Verbinden von drei kleinen Offsetplatten, um eine Herdmulde zu konstruieren | ||
| Kursteilnehmer aus Lomé beim Fertigen eines Fensterrahmens | Kursteilnehmer beim Verspeisen der solar gekochten Eier | ||
| Die Studenten mit Ihren Zeugnissen und den Sonnenöfen am Ende des Baukurses | Kursteilnehmer, ULOG-Mitarbeiter und Dolmetscher beim Abschlußphoto |