Solarprojekt Bolivien
Projektbeschreibung:
Das Solarprojekt in Bolivien wird im Juli 2002 stattfinden. Drei Mitarbeiter
von ULOG-Solar e.V. werden :
· einen Baukurs zum Bau von Sonnenöfen,
· den Bau einer Pilotanlage zur Trocknung von Kräutern, Früchten
und Chili-Schoten
· sowie eine Schulung zur Kompostierung durchführen.
Projektpartner vor Ort:
Promoción Al Desarrollo Económica Rural (PADER Cosude)
Ort der Schulung: Villa Vaca Guzmán o Muyupampa (Monteagudo)
Prov. Luis Calvo
Departemento de Chuquisaca
Villa Vaca Guzmán o Muyupampa liegt ca. 365 km von Sucre entfernt.
Am Solarkocher-Baukurs werden 10-20 Mitglieder der Partnerorganisation teilnehmen. Der Baukurs wird geleitet von Dipl.-Ing. Rüdiger Jung und Dipl.-Soz.-Päd. Steffi Gawrisewicz von ULOG-Solar e.V. In Gruppenarbeit werden zehn Sonnenöfen hergestellt. Nach dem Baukurs werden die Teilnehmer eingehend in Gebrauch und Wartung der Solargeräte unterwiesen. Anschießend sollen die Handwerker den Bau der Sonnenöfen alleine weiter betreiben, mit Materialien, die vor Ort erhältlich sind. Ziel ist es, die Sonnenöfen im Land weiter zu verbreiten.
Als zweites wird Dipl.-Ing. Rüdiger Jung einen großen Solar-Dörrer konstruieren. Zwei einheimische Handwerker, die später auch die Wartung des Geräts übernehmen sollen, werden mitarbeiten.
Die Kompostberatung wird von Frau Polo Pallares Haller durchgeführt. Anschließend werden die Kursteilnehmer zu Hause aufgesucht und individuell beraten, der selbst angesetzte Kompost der Kursteilnehmer wird begutachtet.
Ana Maria Polo Pallares Haller ist bolivanischer Abstammung und seit 10 Jahren Schweizer Bürgerin. Frau Polo Pallares hat mit ULOG Basel gearbeitet, um Einsatzmöglichkeiten der Solarenergie kennenzulernen. Bei einem Besuch in ihrer Heimat Bolivien im Sommer 2001 kam sie in Kontakt zu dem Projekt PADER, in dem mehr als 20 Gruppierungen (Bauern, Kooperativen, Frauengruppen, Gemeinden, Universität für Landwirtschaft etc.) vertreten sind. PADER unterstützt unter anderem die Gemeinden durch technische Beratung. Frau Polo Pallares Haller hatte bei ihrem Besuch im Sommer 2001 einen kleinen Solar-Trockner dabei, um ihn der Bevölkerung zu demonstrieren. Dabei stieß Sie auf großes Interesse.
Solar-Dörrer
Die älteste Methode, Lebensmittel zu konservieren, ist das Trocknen. Seit
eh und je wird die Sonne zum Trocken von Nahrung benutzt. Bei ausreichend Sonnenschein
kann so fast alles haltbar gemacht werden: Früchte, Gemüse, Kräuter,
Fisch, Fleisch usw. Die in vielen Entwicklungsländern verbreitete Methode,
die Lebensmittel einfach auf dem Boden zum Trocknen auszubreiten, ist relativ
unhygienisch und fördert den Befall mit Schädlingen und Schimmelpilzen.
Geschützter und schneller trocknen die Lebensmittel mit einem Solar-Dörrer.
Konventionelle elektrische Dörrapparate verbrauchen sehr viel Energie und
sind sehr teuer. Mit einem Solar-Dörrer werden höhere Temperaturen
erreicht als beim Trocknen mit `Sonne pur´, es bleiben aber mehr Vitamine
und Nährstoffe erhalten als bei anderen Konservierungsmethoden. Der Dörrer
soll, wie die Sonnenöfen, nur aus Materialien gebaut werden, die in Bolivien
erhältlich sind.
Die Trockenanlage für Bolivien soll zur Trocknung von 40 kg Kräutern,
Früchten oder Gemüse pro Tag ausgelegt und 6 Monate getestet werden.
Als Kriterien stehen Qualität der Trockenfrüchte, Anwendungsfreundlichkeit,
Nachfrage bei Farmern und Kundenakzeptanz der Trockenfrüchte im Vordergrund.
Kompostberatung
Die Kompostierung ist nicht verbreitet bei den bolivianischen Bauern. Um größere
Erntemengen bei besserer Qualität der Produkte zu erzielen, ist aber eine
bessere Nährstoffzufuhr notwendig. Der Einsatz von Kunstdünger ist
weder wirtschaftlich noch ökologisch eine Alternative. Wirtschaftlich führt
der Kunstdünger die Bauern in eine Abhängigkeit von der chemischen
Industrie, was auf die Dauer auch ihren Gewinn schmälern würde. Ökologisch
ist die Verwendung von Kompost besser für Boden und Grundwasser, was somit
auch dem Menschen zunutze kommt. Die Ernteabfälle werden zu einem hochwertigen
Kompost verarbeitet, der Nähstoffkreislauf wird geschlossen.